Arbeiten in großen Höhen

Eine Gruppe der SARUV Austria bildet sich im Moment in dem Bereich "Arbeiten in großen Höhen" weiter. Hierbei ist die Bergrettung Rankweil federführend und bildet Kameraden aus der Feuerwehr, dem Roten Kreuz und der Support Unit Austria aus. An insgesamt 20 Terminen wird die Knotenkunde, das richtige Klettern sowie das Abseilen den Kameraden nähergebracht.

EU HarbourEx15: Internationale Katastrophenschutzübung in Oslo

Oslo (Norwegen): Am 28. und 29.04.2015 fand im Hafen von Oslo eine vom Norwegischen Direktorat für Zivilschutz (DSB) veranstaltete und von der EU kofinanzierte internationale Katastrophenschutzübung statt. Neben den eingesetzten Kräften aus Norwegen nahmen weiters internationale Teams aus Schweden und Österreich teil. Auch seitens der SARUV Austria wurde ein Beobachter zu dieser Übung entsandt.

Im Containerterminal des Hafens kommt es zu einer Explosion mehrere Container mit unbekannten gefährlichen Stoffen und aufgrund des Ausmaßes der Explosion wird ein naheliegender Öltank ebenfalls beschädigt. Große Mengen an brennendem Öl fließen in den Hafen und es entsteht eine Rauchsäule, welche die Evakuierung einiger Schulen und Kindergärten in unmittelbarer Umgebung erfordert.

Dies war eines von mehreren Szenarien, die von den nationalen und internationalen Einsatzkräften bewältigt werden mussten. Besonderes Augenmerk wurde hierbei auf das Zusammenspiel der verschiedenen Einsatzorganisationen, die strukturellen Abläufe, das Einbinden internationaler Ressourcen sowie die Kommunikation mit der EU im Rahmen des europaweiten Zivilschutzmechanismus (EUCPM) gelegt. Auch wenn ein derartiges Szenario stets Künstlichkeiten aufweist, die im Falle eines realen Ereignisses nicht vorhanden oder anders ausgeprägt sind, zeigen Übungen dieser Art auf deutliche Art und Weise, wo Probleme auftreten könnten, in welchen Bereichen noch verstärkt Verbesserungen erforderlich sind oder wo die verfügbaren Ressourcen an ihre Grenzen stoßen.

Zusammengefasst ist die HarbourEx15 äußerst reibungslos und koordiniert abgelaufen. Nichtsdestotrotz sollten der Optimierungsdrang und das Kritikbewusstsein stets groß sein, um die Qualität der Hilfeleistung in derart hohem Maße zu erhalten. Die internationale Zusammenarbeit auf europäischer Ebene hat hier ausgezeichnet funktioniert und konnte maßgeblich gefestigt werden.

Text und Bilder: Tobias Achtsnit 

Bild 1: Tobias Achtsnit (SARUV Austria) mit Mirjana Jokopec vom Bundesministerium für Inneres und dem österreichischen Botschafter in Oslo, Thomas Wunderbaldinger

Bild 2: Einsatzkräfte aus Schweden bei der Bekämpfung drohender Gefahren durch gefährliche Stoffe.

Bild 3: Dekontaminationsstelle in unmittelbarer Umgebung zur Schadensstelle.

Bild 4: Weiteres Schadensszenario: Abgestürzte Container mit gefährlichen Stoffen. Mehrere Personen sind verletzt.

Bild 5: Rettung einer Person durch das österreichische USAR-(CBRN)-Team aus Oberösterreich.

Bild 6: Rettung von verletzten Personen aus dem Gefahrenbereich mit Chemieschutzanzügen.

Daniel Spiegel nimmt beim EU-MBC Kurs teil

Daniel Spiegel nahm vom 11. - 17.04.2015 beim Modul Basic Course (MBC) in Slowenien teil. Es waren insgesamt 21 Teilnehmer aus 16 unterschiedlichen Nationen anwesend. Bei dem Kurs war das Ziel die verschiedenen EU-Module kennenzulernen und deren Eigenschaften zu erfahren. Des Weiteren wurde ein großes Augenmerk auf die Errichtung einer Base of Operation (BoO) Wert gelegt. Zudem wurde ein Mannschaftsbriefing mit den wichtigsten Details erlernt.

Vielen Dank Daniel, dass du dir die Zeit genommen hast um dich in diesem Bereich weiterzubilden.

Shoring Workshop

Die SARUV Austria veranstaltet im Zeitraum vom 12.04.2015 bis 14.04.2015 einen Shoring Workshop (Abstütztechnik für instabile Gebäude) in Vorarlberg. Insgesamt 30 Teilnehmer aus Deutschland, Schweiz, Luxemburg, Dänemark, Israel und Österreich haben bei der Veranstaltung teilgenommen.

Am Sonntag sind alle Kameraden angereist und haben direkt ihre Unterkunft bezogen. Christian Schobel hatte die Ehre die teilnehmende Mannschaft hinter dem Feuerwehrhaus Rankweil zu begrüßen. Thomas Nesensohn erklärte den Ablauf des Workshops. Im Anschluss daran sind wir in den Keller des Gerätehauses gewandert und konnten dort im sogenannten Büdele uns auf eine "Käsknöpfle-Partie" freuen. Das gegenseitige Kennenlernen stand hierbei an erster Stelle.

Montag früh um 08:00 Uhr traten wir die Reise zum Landesfeuerwehrverband Vorarlberg an. Hier haben wir dann die nächsten zwei Kurstage verbracht. Klemens Pradler begrüßte die Teilnehmer und begann mit einem theoretischen Vortrag bezüglich Erdbebenentstehung und ihre Auswirkungen auf Bauwerke und Infrastrukturanlagen.

Nach dieser Stunde bildeten wir 4 Gruppen die insgesamt 8 unterschiedliche Stationen zu bewältigen hatten. Daniel Ratz erläuterte die Grundkenntnisse der Statik sowie die Lastabtragung in unterschiedlichen Gebäuden. Erik Brugger brachte den Holzbau etwas näher, indem er die unterschiedlichen Verbindungsarten erklärte, Tragfähigkeiten von Holzmateralien analysierte sowie die Tragfähigkeiten von Nägeln und Schrauben. Gunnar Poiger zeigte anhand einer Wandabstützung den Kräfteverlauf, die wichtigsten Detailpunkte sowie den Ablauf der Errichtung einer solchen Abstützmethode. Klemens Pradler veranschaulichte mittels einem Modell wie sich Bauwerke bei einem Erdbeben in Schwingung versetzen.

Hans Lampert brachte unterschiedliche Bodenverankerungssysteme (Erdreich, Kiesboden, Stahlbeton) den Teilnehmern praktisch etwas näher. Florian Kiechle betreute die Station "Holzkeile herstellen". Hier wurde praktisch mit der Motorsäge das richtige Zusägen von Holzkeilen erprobt. Thomas Lins stellte mit allen Teilnehmern einen sogenannten "Stirnversatz" her. Hier ist das Anzeichnen des Holzeinschnitts sehr entscheidend. Zu guter Letzt konnten die Teilnehmer bei Markus Lorenzi ein Gefühl für unterschiedliche Lasten bekommen, sowie eine Aufgabe zur theoretischen Ermittlung einer Last bei einem eingestürzten Gebäude.

Der interessante Montag endete mit einem offiziellen Abendessen im Panoramarestaurant am Karren in Dornbirn. Bei traumhaftem Wetter konnten wir mit der Seilbahn auf den Berggipfel geführt werden und haben den wunderbaren Ausblick sehr genossen.

Am Dienstag morgen begann der Praxistag. Wir bildeten 6 unterschiedliche Gruppen und hatten eine Vielzahl an Aufgaben zu bewältigen. Eine Gruppe hatte die Aufgabe eine Stahlbetondecke mit Unterzügen in 5,5 Metern Höhe zu stabilisieren. Andere Gruppen mussten einen Fluchttunnel stabilisieren, ein großes Tor stabilisieren, eine Außenwand gegen das umkippen zu sichern, eine schräge Wand abzustützen, einen Grubenverbau herzustellen, zwei Wände gegenseitig zu verspreizen, eine Wohnraumdecke zu stabilisieren sowie eine Treppenabstützung zu errichten.

In diesen Stationen wurden mit unterschiedlichsten Holzquerschnitten, Nagellängen und sonstigem Abstützmaterial gearbeitet. Als Mittagessen gab es in einem Topf über dem Lagerfeuer zubereitetes Rindsgulasch. Der Workshop endete mit einem Rundgang mit Stephan Frick. Hierbei wurden alle gebauten Abstützungen analysiert und diskutiert.

Wir möchten uns recht herzlich bei allen Teilnehmern für ihre Teilnahme bedanken. Ebenso möchten wir uns bei den Ehrengästen Robert Stocker (BM.I), Caroline Tomasch (BM.I), Mario Simaz (SKH), Arno Umfahrer (AFDRU) und Sven Heizenröder (THW) für den Besuch bedanken.

Einen großen Dank gilt an das BM.I und dem Land Vorarlberg für die Teilfinanzierung des Workshops. Nur durch eine finanzielle Unterstützung war es uns möglich diesen tollen Kurs zu veranstalten. Durch die internationale Zusammenarbeit zwischen den Teams kann in einem Ernstfall schnell und vor allem effizient Hilfe geleistet werden.

Ebenso gilt ein Dank an alle Referenten zu sagen. Vielen Dank an Klemens Pradler, Gunnar Poiger, Daniel Ratz, Erik Brugger, Thomas Lins, Hans Lampert, Florian Kiechle und Markus Lorenzi für die perfekt vorbereiteten Stationen.

Ein wichtiger Dank gilt auch an den Landesfeuerwehrverband Vorarlberg für die Bereitstellung des Übungsplatzes sowie dem neuen Infrastrukturgebäude. Ebenso an alle Mitarbeiter des LFV's für das gegenseitige Verständnis zur gleichzeitigen Durchführung des Shoring Workshops und dem Truppführerkurs.

Danke an alle Helfer, die solch einen tollen Workshop unterstützt haben !!!

On Site Advisor Kurs in Genf

Thomas Nesensohn hat im Zeitraum vom 16.-20.03.2015 beim On Site Advisor Kurs in Genf in der Schweiz teilgenommen. Zu Begin der Ausbildung wurde eine theoretische Schulung bezüglich den neuen INSARAG Guidelines, Gliederung der schweizer Rettungskette, OSA Handbuch sowie das Formularwesen vorgetragen. Im weiteren Verlauf wurde dann in die Entstehung von Erdbeben sowie die Auswirkungen auf Bauwerke eingegangen. Ein Schwerpunkt war auch die Erkennung von gefährlichen Gütern sowie die Sicherheit beim Trümmerhaufen. Im Übungsgelände Epeisses wurden eingestürzte Gebäude statisch analysiert und Vorgehensweisen für die technische Rettung ausgearbeitet. Das neue INSARAG Markierungssystem mit den Triagekategorien wurde beübt. Unterschiedliche Gebäudeabstützungen wurden in der Praxis hergestellt und analysiert.

Wir möchten uns recht herzlich bei der Schweizer Rettungskette bedanken für den interessanten Kurs und die tolle Gastfreundschaft.