Einsatz Algerien 2003

Erdbebeneinsatz in Algerien vom 23. bis 26.05.2003

Im Herbst 2001 wurde auf Initative des Landesfeuerwehrverbandes und der Bergrettung eine Einsatzgruppe für internationale Hilfseinsätze ins Leben gerufen. Die Kombination von Feuerwehr (technische Hilfeleistung) und Bergrettung (Suchhunde) zeigte schon bei den ersten gemeinsamen Übungen auf, dass eine Bündelung der Stärken jeder Organisation eine Grundlage für ein erfolgreiches Projekt darstellen kann.

Seit Gründung der SARUV standen Übungen und Planungsaufgaben im Vordergrund. So nahmen die Mitglieder der SARUV das Erdbeben vom 1. Mai 2003 in der Türkei zum Anlass, sich auf ihren ersten internationalen Hilfseinsatz vorzubereiten.

„Wir haben gemeinsam Unterlagen erarbeitet, auf deren Grundlage wir jederzeit bereit gewesen wären ins Katastrophengebiet entsendet zu werden“ sagt Markus Lorenzi, Leiter der SARUV.
„Eine ausgezeichnete Übung war es auf jeden Fall und wir haben dabei sehr viel lernen können“, so Lorenzi weiter.

Zu diesem Zeitpunkt ahnte keiner, dass rund 20 Tage nach dem Beben in der Türkei eine neue Katastrophe Not und Elend in die Region um Algier bringen wird.

Bereits am Mittwoch den 21. Mai, nachdem die Schlagzeilen in den Nachrichten das Ausmaß dieses Bebens erahnen ließ, waren die Mitglieder der SARUV wieder in der Planungsphase. Jederzeit wurde mit einer Anforderung gerechnet.

Zweieinhalb Tage nachdem die Erde bebte, ertönten die Pager der SARUV
„Einrücken ins Gerätehaus – Erdbebeneinsatz in Algerien“.
Mit dieser Meldung wurde am Freitag den 23. Mai während der Mittagszeit die Planungsphase zur Umsetzungsphase. Eine Vorlaufzeit von rund sechs Stunden musste genügen um alle geplanten Schritte in die Praxis umzusetzen.

Viele Helfer haben die 11 Feuerwehrleute und 3 Hundeführer bei ihren Vorbereitungsarbeiten unterstützt. Um 19.15 Uhr flogen die Mitglieder der SARUV vom Flughafen Altenrhein nach Wien.

Von Wien aus starteten alle Helfer aus Österreich nach Algerien um ihren Beitrag zur Linderung von Not und Elend leisten zu können.
Am Sonntag den 25 Mai teilte Ing. Hubert Vetter via Satelittentelefon mit „Es geht uns gut, wir haben die Nacht von Samstag auf Sonntag gut verbracht“ so die erlösende Mitteilung an die Landeswarnzentrale, die als Drehscheibe in der Heimat diente.

Die Rückkehr der österreichischen Helfer kündigte sich schon im laufe des Sonntags an. Auf Montag den 26. Mai wurden Vorbereitungen für den Empfang der SARUV getroffen, wollte man doch diesen ersten Hilfeinsatz entsprechend anerkennen.

Beim Empfang in der Landesfeuerwehrschule Vorarlberg erkundigten sich in vielen Gesprächen Sicherheitslandesrat Ing. Erich Schwärzler und der Bürgermeister der Marktgemeinde Rankweil, Hans Kohler, aus seiner Gemeinde stammen 11 Helfer die sich an diesem Einsatz beteiligt haben, über die Erlebnisse der SARUV Mitglieder.

„Die Erfahrungen was für einen derartigen Hilfseinsatz an Material mitgenommen werden muss war für uns sehr wertvoll“ sagt Ing. Manfred Bischof, der als Teamleiter der SARUV diesen Einsatz leitete. „Das gemeinsame Arbeiten auf den Trümmerhaufen haben wir zu Hause mehrfach geübt, aber die Hitze, das Verhalten der Bevölkerung und die zur Verfügung stehende Infrastruktur waren für uns neue Erfahrungen, die unsere zukünftige Arbeit im Rahmen der SARUV wesentlich beeinflussen werden“ sagt Ing. Manfred Bischof weiter.

„Die Gewissheit, dass wir gemeinsam mit polnischen Einsatzkräften ein kleines Mädchen am Samstag lebend retten konnten rechtfertigt unseren Einsatz und macht uns bewusst zu welchem Zweck die SARUV gegründet wurde“ so Ing. Bischof abschließend.

Die 14 Vorarlberger Helfer haben im Rahmen des österreichischen Hilfskontingentes einen internationalen Beitrag geleistet. Das Ziel eine schlagkräftige Gruppe von Spezialisten zu formen, die autonom ihre zugewiesen Aufgaben rasch, flexibel und unbürokratisch erledigen kann, ist mit der Feuertaufe in Algerien erreicht. Ein Ausbau bzw. ein Feinschliff dieses Zieles erfordert für die Zukunft weiterhin eine fundierte Ausbildung, eine Verbesserung der technischen Ausstattung und motivierte Mitglieder von Bergrettung und Feuerwehr.

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