D-A-CH-L Shoring Workshop

Die SARUV Austria hat im Rahmen der "D-A-CH-L Arbeitsgruppe / Katastrophenhilfe" vom 06.- 08.04.2014 einen "Shoring Workshop" in ihrer Home Base im Feuerwehrhaus Rankweil veranstaltet. Insgesamt haben 24 Teilnehmer/innen aus Deutschland, Schweiz und Österreich bei dieser Veranstaltung teilgenommen. Shoring bezeichnet das Abstützen und Sichern von beschädigten Gebäuden nach Erdbeben oder anderen Ereignissen. Den Einsatzkräften soll damit ein sicheres Vorgehen bei Rettungsaktion ermöglicht werden, daneben kann auch eine weitere Gefährdung von eingeschlossenen oder verschütteten Personen im kollabierten Gebäude reduziert werden. Nach der Ankunft am 06.04.2014 um 18:00 Uhr beim Hotel Mohren in Rankweil durfte Christian Schobel als Leiter der SARUV Austria alle Teilnehmer um 19.00 UIhr im Feuerwehrhaus Rankweil begrüßen. Im Rahmen eines kleinem Empfanges eröffnete Christian Schobel den Workshop mit ein paar einleitenden Worten, im Anschluss daran gab sein Stellvertreter Thomas Nesensohn als Hauptorganisator der Veranstaltung einen kurzen Einblick in das Programm der folgenden Tage. Mit einer zünftigen Käsknöpflepartie im Keller des Feuerwehrhauses ließen die Teilnehmer und Organisatoren den Abend dann gemütlich ausklingen.

Der erste Tag des Workshops war bestimmt von theoretischem Grundlagenunterricht im Schulungssaal des Feuerwehrhauses. Als erster Referent erläuterte Dipl. Ing. Stephan Frick die Grundlagen der Statik. Der Vortrag handelte von statischen Kräften und ihren Wirkungsmechanismen, von statischen Größen und Einheiten. Ebenfalls gab Stephan Frick einen Überblick über verschiedene Bauweisen und Konstruktionen, im Besonderen auch über unterschiedliche Systeme zur Aussteifung von Gebäuden.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Gasthaus Adler in Sulz wurden den Teilnehmer/innen die Grundlagen des Holzbaus vermittelt. Der zweite Referent des Tages, Dipl. Ing. Erik Brugger, sprach dabei unter anderem über unterschiedliche Holzverbindungen und die zu beachtenden Details, aber auch zu auftretenden Kräften wie beispielsweise Schub oder Torsion.

Referent Dipl. Ing. Klemens Pradler nahm im letzten Vortrag Bezug auf die Entstehung von Erdbeben und deren Auswirkungen auf Gebäude.  Die Charakteristik einer Schwingung sowie die Funktionsweise einer Welle waren dabei wesentliche Aspekte.

Nach einer Besichtigung des Löschzuges der ÖBB im Bahnhof Bludenz fand der erste Tag des Workshops seinen Abschluss bei einem Abendessen im Berghaus in Stuben am Arlberg.

Der zweite Tag stand im Zeichen von praktischen Übungen. Die Teilnehmer/innen wurden in fünf gemischte Teams aufgeteilt. Im Stationsbetrieb galt es dann, insgesamt neun unterschiedliche Aufgabenstellungen zu bewältigen. Dazu zählte neben klassischen Decken- und Wandabstützungen beispielsweise auch das Stabilisieren eines beengten Fluchttunnels. Das Abstützen einer Treppe oder das gegenseitige Stabilisieren von Wänden wurde ebenfalls beübt.

Die Ergebnisse der praktischen Übungen wurden dann am Nachmittag vom jeweiligen Team allen Teilnehmer/innen präsentiert sowie von den Referenten Stephan Frick und Erik Brugger beurteilt. Gemeinsam wurden auch Verbesserungsmöglichkeiten erörtert.

Die Rückmeldungen der Teilnehmer/innen zum erstmals durchgeführten Workshop waren durchwegs sehr gut. In einzelnen Punkten vorhandene Verbesserungsmöglichkeiten sollen bei der Organisation des nächsten Workshops im Sinne einer stetigen Verbesserung Berücksichtigung finden. Der eingeschlagene Weg zur verstärkten Zusammenarbeit darf jedenfalls als erfolgreich eingestuft werden und soll weiter verfolgt werden.