Vertreter der SARUV als Prüfer bei IEC in Frankreich

Ein Vertreter der SARUV Austria (Search and Rescue Unit Vorarlberg) hat bei der erfolgreichen IEC (INSARAG External Classifcation) des französischen Teams UIISC 7 als Heavy USAR Team in Brignoles (Südfrankreich) im Zeitraum vom 26.03 bis 30.03.2014 als Prüfer im Bereich Rescue teilgenommen.

Die seit rund 40 Jahren bestehende Einheit war bereits bei beinahe allen großen Naturkatastrophen weltweit im Einsatz und verfügt damit verbunden bereits über große Erfahrung hinsichtlich der Arbeitsweise im Ernstfall. Aus personeller Sicht wird auf ca. 570 Soldaten, welche speziell für den Zivilschutz ausgebildet sind, zurückgriffen. Die Einsatzschwerpunkte des umfassenden Leistungsspektrums sind im Bereich des Zivilschutzes auf nationaler und internationaler Ebene vor allem Waldbrand, Hochwasser, Gefahrgut und USAR (Urban Search and Rescue).

Seitens der International Seach and Rescue Advisory Group (INSARAG) werden Standards über die Größe und Arbeitsweise der Teams festgelegt und eine dreistufige Einteilung (Light, Medium, Heavy) soll Aufschluss über die operative Fähigkeit geben. Um den Anforderungen eines Heavy USAR Teams gerecht zu werden, muss die Einheit in der Lage sein, in zerstörten Strukturen, die auch mit Stahl und Stahlbeton verstärkt sind, schwierige technische Such- und Rettungsarbeiten durchzuführen. Heavy Teams sind auf den internationalen Einsatz nach Katastrophen, bei denen sehr viele zerstörte Strukturen zu finden sind, ausgerichtet und kommen zum Einsatz, wenn die nationalen Ressourcen nicht ausreichen oder erschöpft sind. Internationale Heavy USAR Teams reisen in ein betroffenes Land innerhalb von 48 Stunden, nachdem dies in der virtuellen Einsatzleitung (OSOCC) verlautbart wurde. Neben dem USAR Bereich sind auch Management, Logistik und medizinische Versorgung wichtige Bestandteile, um die Klassifizierung erfolgreich absolvieren zu können.

Nach dem ersten Teammeeting der Prüfer wurden gleich zu Beginn die Schadensstellen, die auf vier Übungsplätze in der Stadt und der Kaserne aufgeteilt waren, besucht, um bereits eine Vorstellung über die möglichen Übungsszenarien gewinnen zu können. Des Weiteren verfügt die Einheit über ein eigenes Logistikzentrum, wo sämtliche Gerätschaften und Materialien für die vier Einsatzschwerpunkte gelagert sind. Neben einem eigenen Bereich für Suchhunde mit Übungsgelände, wo derzeit 14 Hunde ausgebildet und auf Einsätze vorbereitet werden, steht auch ein medizinisches Zentrum zur Verfügung, das permanent durch entsprechendes Personal besetzt ist. Bei gegebenem Bedarf ist die Einheit sogar in der Lage, ein Feldspital für bis zu 100 Personen auf jedem Platz der Erde zu errichten.

Nach der Alarmierung und Mobilisierung des Teams startete die eigentliche Übung am 28.03.2014 um 04:30 Uhr und gegen Mittag war bereits die Abreisebereitschaft mit sämtlichen zollrechtlichen Thematiken gegeben. Beim Eintreffen im Schadensgebiet wurde parallel zum Aufbau des Camps, welches ebenfalls noch vor Beginn der eigentlichen Arbeiten besonders wichtig ist, um unter anderem Gerätschaften zu lagern und dem Personal entsprechende Schlafmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, auch bereits mit der Erkundung der genauen Schadenslage begonnen. Inhalt der Übungen war die Höhen- und Tiefenrettung verletzter Person, was im Konkreten den Umgang mit speziellen technischen Geräten bedeutet und auch bei Gebäudeschäden im städtischen Bereich von besonderer Bedeutung ist. Im weiteren Verlauf hatte das Team verschiedenste Szenarien zu bewältigen, welche sich mit der Kernaufgabe, der Suche und Rettung verschütteter Personen, beschäftigten: Beton sägen und bohren, Decken abstützen und sichern, Strahlträger durchtrennen sowie verschüttete Personen mittels optischer Suchgeräte orten. Die Übung konnte am 29.03.2014 um 18:30 Uhr mit für das Prüferteam gutem Ergebnis beendet werden.

Bei der Abschlussveranstaltung konnte die positive Absolvierung der Klassifizierungsübung durch Vertreter der INSARAG bekanntgegeben und somit der Status des Heavy USAR Team erreicht werden. Die SARUV Austria gratuliert dem Team zur erfolgreichen Klassifizierung!