Erdbeben in Chile

Am Donnerstag, dem 17.09.2015, hat gegen 00:54 Uhr MESZ (= 19:54 Uhr Ortszeit am Mittwochabend) ein schweres Erdbeben den Meeresboden dicht vor der Küste Chiles erschüttert. Das Seebeben erreichte nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 8,3. Das Epizentrum lag etwa 45 Kilometer westlich der Stadt Illapel (ca. 23.000 Einwohner) und etwa 230 Kilometer nordnordwestlich der chilenischen Hauptstadt Santiago (ca. 5 Mio. Einwohner). Der Erdbebenherd befand sich 20 bis 30 Kilometer unter der Oberfläche. Das Beben war in vielen teilen Südamerikas deutlich zu spüren. In Chile gab es mehrere Tote und viele Verletzte sowie erhebliche Schäden durch das Beben und einen bis zu 4,6 Meter hohen Tsunami. Für weite Bereiche des Pazifiks wurde eine Tsunamiwarnung ausgegeben.

Die SARUV Austria wurde um 01:10 Uhr per SMS über dieses Ereignis informiert und hat begonnen die Lage zu beurteilen. Es erfolgte eine Einmeldung im vOSOCC mit dem Status "Monitoring". Kurz darauf konnte festgestellt werden, dass keine internationale Hilfe benötigt wird.

Aufgaben von Thomas Nesensohn am 04.05.2015

Thomas Nesensohn ist mit zwei isländischen Experten und einem lokalen Bauingenieur in ein großes Gebiet in der Landeshauptstadt Kathmandu gefahren. Durch das Erdbeben hat es in diesem Bereich über eine Länge von ca. 250m enorme Bodenverschiebungen gegeben. Hier hat sich ein Großteil der Straße um ca. 1m gesenkt und Häuser wurden um ca. 60cm angehoben. Dabei gab es enorme Gebäudeschäden. Die Aufgabe der Experten war es die betroffenen Gebäude zu inspizieren und entweder frei zu geben oder für den weiteren Gebrauch zu sperren.

Aufgaben von Thomas Nesensohn und Robert Spiegel in Nepal

Am Samstag, dem 02.05.2015, hat sich Thomas Nesensohn, im Rahmen seines Auftrages im EUCP-Team, bei der "National Engineer's Asscoziation (NEA)" eingetroffen. Die NEA hat insgesamt 30 Teams bestehend aus ca. 90 Ingenieuren mobilisiert, um öffentliche Gebäude auf ihre derzeitige statischen Situation zu überprüfen. Thomas unterstützt hierbei ein lokales nepalesisches Team bestehend aus einem Bauingenieur, einer Architektin und einem Bodengutachter. Gemeinsam haben sie 4 unterschiedliche Gebäude in der Umgebung von Kathmandu begutachtet. Hierbei handelte es sich um ein Gerichtsgebäude namens "Patan Apallete Court", eine Nationalbank namens "NMB Bank", ein Shopping Center namens "People's Plaza" und zu guter letzt einem Hospital namens "Dhulikel-Hospital - Kathmandu University Hospital". Dies warnen alles größere Gebäude, welche eine Komplexe Bauweise hatten. Gemeinsam mit den lokalen Experten wurden die Gebäude analysiert und nach ihrem Zustand als sicher oder unsicher eingestuft. Bei den Objekten, wo das Ergebnis nicht eindeutig war wurde ebenso ein Sanierungsplan aufgestellt und dementsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Thomas Nesensohn hat an diesem Tag auch noch Robert Spiegel im UN-Gelände bei der OSOCC getroffen. Robert ist derzeit damit beschäftigt sämtliche medizinsche Versorgungen im ganzen Erdbebengebiet in Nepal zu organisieren und zu koordinieren und stellt sicher, dass den Patienten geholfen werden kann. Derzeit gilt es für die internationalen Hilfskräfte sehr viel Koordinationsarbeit zu leisten und enorm lange Tage zu arbeiten, damit der betroffenen Bevölkerung in den Städten als auch den kleinen Dörfern geholfen werden kann.

Eindrücke aus Kathmandu

Thomas Nesensohn, welcher seit Mittwoch seiner Tätigkeit als MItglied des EUCP Teams nachgeht, hat uns ein paar Eindrücke direkt aus Kathmandu zukommen lassen. Auf den Bildern ist zu sehen, wie schwer die Hauptstadt von diesem Erdbeben getroffen wurde und wie erschreckend die Lage vor Ort wirklich ist.

Helfer der SARUV im Einsatzgebiet Kathmandu gut angekommen

Thomas Nesensohn, welcher über die EU als Statik Experte in den Einsatz nach Nepal entsendet wurde, ist bereits heute gut in Kathmandu angekommen. Nach einer ersten Besprechung im Einsatzgebiet mit den anderen Mitgliedern des EUCP Teams, wurde sofort mit der Kontrolle der Gebäude begonnen.
 
Derzeitiger Einsatzort ist die Umgebung der Hauptstadt Kathmandu, welche durch das Erdbeben stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.
 
Vorraussichtliche Einsatzdauer wird bis 08. Mai 2015 sein.